Abwasserleitungen sind dafür ausgelegt, Schmutzwasser zuverlässig aus dem Gebäude abzuleiten. Dennoch gelangen im Alltag immer wieder Gegenstände und Stoffe in Toilette, Waschbecken oder Küchenspüle, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Viele davon verschwinden zunächst scheinbar problemlos im Abfluss, können sich jedoch innerhalb der Rohrleitungen festsetzen und mit der Zeit hartnäckige Verstopfungen verursachen. Wer weiß, was nicht in den Abfluss gehört, kann viele dieser Probleme bereits im Vorfeld vermeiden.
Warum können Fremdkörper Abwasserrohre verstopfen?
Nicht alles, was durch einen Abfluss oder eine Toilette passt, kann auch problemlos durch das gesamte Rohrsystem transportiert werden. Innerhalb der Leitungen befinden sich Bögen, Verbindungen und unterschiedliche Rohrdurchmesser. An diesen Stellen können sich Fremdkörper besonders leicht festsetzen.
Hinzu kommen bereits vorhandene Ablagerungen an den Rohrwänden. Bleiben beispielsweise Feuchttücher oder andere Materialien daran hängen, sammeln sich weitere Rückstände. Aus einem zunächst kleinen Hindernis kann so nach und nach eine vollständige Rohrverstopfung entstehen.
Feuchttücher und Hygieneartikel gehören nicht in die Toilette
Feuchttücher gehören zu den problematischsten Fremdkörpern in Abwasserleitungen. Im Gegensatz zu gewöhnlichem Toilettenpapier lösen sich viele dieser Produkte im Wasser nur sehr langsam oder überhaupt nicht auf. Sie können sich miteinander verbinden und größere Ansammlungen innerhalb der Rohrleitungen bilden.
Auch Tampons, Binden, Wattestäbchen, Abschminkpads und andere Hygieneartikel sollten grundsätzlich über den Hausmüll entsorgt werden. Selbst wenn einzelne Produkte problemlos heruntergespült werden können, besteht die Gefahr, dass sie sich an einer anderen Stelle im Leitungssystem festsetzen.
Fett und Öl können hartnäckige Ablagerungen bilden
Speiseöl und flüssiges Fett werden häufig über die Küchenspüle entsorgt. Das erscheint zunächst unproblematisch, weil das Fett in warmem Zustand flüssig ist. Innerhalb der Abwasserleitung kühlt es jedoch ab und kann sich an den Rohrwänden ablagern.
Mit der Zeit bleiben an diesen Fettschichten Essensreste und andere Schmutzpartikel hängen. Dadurch wird der freie Rohrquerschnitt immer kleiner, bis das Wasser nur noch langsam oder schließlich gar nicht mehr abfließen kann.
Größere Mengen Fett und Speiseöl sollten deshalb nicht über den Abfluss entsorgt werden.
Warum gehören Essensreste und Kaffeesatz nicht in den Abfluss?
Auch kleinere Essensreste können Probleme verursachen. Besonders stärkehaltige Lebensmittel, Reis oder andere organische Rückstände können sich innerhalb der Leitungen sammeln und vorhandene Ablagerungen verstärken.
Kaffeesatz ist ebenfalls ungeeignet für die Entsorgung über die Spüle. Die feinen Partikel lösen sich nicht einfach im Wasser auf und können sich zusammen mit Fett und anderen Rückständen im Rohr absetzen.
Ein Sieb im Spülbecken kann bereits dabei helfen, einen großen Teil dieser Rückstände aufzufangen.
Katzenstreu kann im Rohr aufquellen
Katzenstreu sollte niemals über die Toilette entsorgt werden. Viele Produkte sind darauf ausgelegt, Flüssigkeit aufzunehmen und anschließend zu verklumpen. Genau diese Eigenschaft kann innerhalb einer Abwasserleitung erhebliche Probleme verursachen.
Gelangt größere Menge Katzenstreu in das Rohrsystem, kann das Material aufquellen und sich an Engstellen festsetzen. Dadurch können besonders hartnäckige Verstopfungen entstehen, die sich mit einfachen Hausmitteln kaum noch beseitigen lassen.
Was passiert, wenn ein Gegenstand in den Abfluss fällt?
Neben typischen Haushaltsabfällen gelangen gelegentlich auch Gegenstände versehentlich in das Rohrsystem. Besonders bei Toiletten können beispielsweise kleine Spielzeuge, Verpackungen oder andere Gegenstände heruntergespült werden.
Befindet sich der Fremdkörper noch in unmittelbarer Nähe des Abflusses, lässt er sich unter Umständen relativ einfach entfernen. Wandert er jedoch tiefer in das Leitungssystem, kann die genaue Position häufig nur mit professioneller Technik festgestellt werden.
Eine Kanal-TV-Untersuchung ermöglicht es, das Innere der Leitung zu kontrollieren und einen Fremdkörper gezielt zu lokalisieren.
Wann sollte eine professionelle Rohrreinigung durchgeführt werden?
Läuft das Wasser deutlich langsamer ab, entstehen gluckernde Geräusche oder kommt es wiederholt zu Verstopfungen, sollte das Problem nicht ignoriert werden. Eine zunehmende Verengung der Leitung kann schließlich dazu führen, dass das Abwasser überhaupt nicht mehr abfließen kann.
Bei einer professionellen Rohrreinigung können Fremdkörper und Ablagerungen gezielt aus dem Leitungssystem entfernt werden. Treten die Probleme anschließend erneut auf, kann eine Kamerainspektion sinnvoll sein, um mögliche Schäden oder andere Ursachen innerhalb der Rohrleitung zu erkennen.
Kanalheld21 Fazit
Feuchttücher, Hygieneartikel, Fett, Essensreste, Kaffeesatz oder Katzenstreu können innerhalb von Abwasserleitungen erhebliche Probleme verursachen. Viele Verstopfungen entstehen nicht plötzlich, sondern entwickeln sich über einen längeren Zeitraum durch immer neue Ablagerungen. Wer problematische Stoffe konsequent über den Hausmüll entsorgt und erste Anzeichen einer Verstopfung ernst nimmt, kann das Risiko eines vollständig blockierten Abwasserrohres deutlich reduzieren.